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Präambel
Das Blaue Kreuz in Deutschland e.V. (BKD) ist ein christlicher Suchthilfeverband und sieht seinen Auftrag darin, Suchtkranken und Angehörigen zeitgemäß und kompetent zu helfen und einer Suchtentwicklung vorzubeugen.
Das Leitbild bietet den Mitgliedern und Freunden, ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der interessierten Öffentlichkeit Orientierung. Es soll anregen, die Arbeit des Blauen Kreuzes gemeinsam zu gestalten.
Geschichte
Das Blaue Kreuz wurde 1877 von Pfarrer Louis-Lucien Rochat in der Schweiz gegründet. In Deutschland begann die Blaukreuz-Arbeit 1885 gleichzeitig an mehreren Orten.
In der Folge entstanden Vereine, die engagiert die Trinkerrettungsarbeit, Kinderarbeit, Blaukreuz-Häuser und –Einrichtungen sowie Freizeitangebote aufgebaut haben.
1892 gründeten die Vereine den Hauptverband. In dessen Entwicklung entstanden 1896 der Blaukreuzverlag, 1978 das Blaukreuzjugendwerk, 1995 die Blaues Kreuz Diakoniewerk mildtätige GmbH, 2001 die Stiftung Deutsche Kinder Suchthilfe, und 2005 iprevent.de, das Institut für Gesundheitsförderung, Suchthilfe und Schulung.
Struktur
Das Blaue Kreuz gliedert sich heute in zwei große Bereiche: den ehrenamtlichen, der nach dem Konzept der Selbsthilfe arbeitet, und den professionellen mit seinen Facheinrichtungen und hauptamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die enge Vernetzung dieser beiden Arbeitsbereiche, in der sowohl von der Sucht Betroffene als auch nicht Betroffene arbeiten, ist eine der besonderen Stärken.
Zum Bundesverband Blaues Kreuz in Deutschland e.V. gehören zz. 17 Landesverbände sowie Vereine und Begegnungsgruppen an mehr als 400 Orten mit über 10.000 Mitgliedern, Freunden und Förderern. Ebenfalls dazu gehört die Blaues Kreuz Diakoniewerk mildtätige GmbH als Träger unterschiedlicher stationärer und ambulanter Angebote.
Die Mitglieder des Blauen Kreuzes leben aus eigener Betroffenheit oder aus Solidarität alkoholfrei. Freunde und Förderer unterstützen die Arbeit des BKD materiell und ideell.
Menschenbild und christliche Grundlagen
Abgeleitet vom biblischen Menschenbild sehen wir den Menschen im Spannungsfeld seiner körperlich-seelischen und zwischenmenschlichen Beziehung, in seinem Bedürfnis nach Sinn und Heil und seiner Fähigkeit zu verantwortlicher Lebensgestaltung.
Jesus Christus ist uns persönlicher Bezugspunkt. Er befreit zu einem lebendigen Glauben und vermittelt Sinn, Ziel und neue Lebensinhalte. Er motiviert uns zu verantwortlichem und diakonischem Handeln. Darum sind wir offen für alle, mit denen Gott uns Begegnung schenkt.
Suchtverständnis
Das Suchtverständnis entwickelt sich im BKD als ein vielschichtiger Prozess aus dem Austausch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Betroffenen und den unterschiedlichen Lehrmeinungen der Fachwelt.
Die Suchtentwicklung führt zu einer Störung aller Bezüge des Einzelnen, d.h. körperlich, seelisch und sozial, in der Lebenskompetenz und in der Sinn- und Heilsuche. Deshalb erfordern sowohl Suchtverständnis als auch Suchthilfe Kenntnisse in diesen Bereichen.
Angebote
Unser Engagement gilt der Suchtvorbeugung ebenso wie der Hilfe für Suchtkranke, Angehörige und Gefährdete mit dem Ziel, eine gesunde und suchtmittelfreie Lebensweise zu erreichen. Wir orientieren unsere Konzepte und unser Handeln an den Bedürfnissen des Einzelnen.
Unsere Angebote umfassen u.a.:
Kontinuierliche Weiterbildung und Praxisbegleitung der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichern einen qualitativ hohen Standard.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Das BKD lebt von dem Engagement, der Überzeugung und der Motivation seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ehren- und hauptamtliche sind gleichermaßen wertgeschätzt und in hohem Maß eigenverantwortlich an der Arbeit des Blauen Kreuzes beteiligt. Sie bringen ihre Erfahrungen und Ressourcen ein, sind offen für neue Entwicklungen und handeln qualitäts- und kostenbewusst.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im BKD nehmen die Hilfesuchenden mit ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten wahr. Sie achten und respektieren sie und ihre Lebensräume und begegnen ihnen offen und kompetent.
Offene Kommunikation zwischen allen Ebenen schafft Vertrauen und Transparenz. Bei Entscheidungen und Zielfindung werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehört und angemessen mit einbezogen. Der konstruktive Umgang mit Konflikten bietet Chancen, gemeinsam zu lernen. Weil Menschen schuldig werden, legen wir als sichtbares Zeichen christlichen Lebens Wert darauf, Vergebung miteinander zu praktizieren.
Zusammenarbeit
Das BKD arbeitet mit anderen Fach- und Selbsthilfeorganisationen, den Diakonischen Werken, den Sozialversicherungsträgern, Behörden und Ministerien eng zusammen. Gemeinsam entwickeln wir neue Behandlungsverbünde, Konzepte und Modelle, bringen Know-how ein und klären die Finanzierung.
Aufgrund seines Selbstverständnisses sucht das BKD die Zusammenarbeit mit den christlichen Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften, damit Menschen dort und im Blauen Kreuz eine geistliche Heimat finden.
Als Mitglied des Internationalen Bundes des Blauen Kreuzes (IBK) wirkt das BKD mit, die gemeinsamen Ziele des IBK in Europa und weltweit zu realisieren. Dabei geht es insbesondere um den Erfahrungsaustausch zwischen den nationalen Verbänden, die konzeptionelle Weiterentwicklung der internationalen Hilfe und um die praktische Unterstützung neuer Aktivitäten und Projekte.
Die Zukunft gestalten
Wir wirken in die Gesellschaft hinein, um zu einem breiteren Verständnis von Gesundheit und Lebensqualität beizutragen.
Sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen, die zu Benachteiligungen von Suchtkranken und ihren Angehörigen führen, begegnet das BKD entschlossen und kreativ.
Als mildtätige Organisation arbeitet das BKD weiterhin auf der Grundlage unternehmerischer Erkenntnisse in Übereinstimmung mit den christlichen Werten. Dabei wird es unterstützt durch ein gemeinsames äußeres Erscheinungsbild.
Durch das Handeln und Verhalten seiner Mitglieder, seiner ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhält sich das BKD eine unverwechselbare Identität als christliche Suchthilfeorganisation.
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